Buchgequatsche: Doors – Kolonie und Comedian Markus Heitz

Das Projekt DOORS

Die meisten von euch haben sicher von diesem ehrgeizigen neuen Projekt gehört, das Markus Heitz und der Knaur-Verlag gestartet haben: Lesen mal ganz neu mit Doors. Erklären muss ich euch das wahrscheinlich nicht, schließlich bin ich schon wieder mal spät dran für die Party. Ich tu’s aber trotzdem.

Bei Doors entscheidet der Leser selbst, welche Geschichte er erlebt. Es gibt einen gemeinsamen Anfang: Der Beginn (kostenlos zum runterladen) – und dann drei mögliche Fortsetzungen. Keine Reihenfolge, kein Richtig, kein Falsch. Wie genau das aussieht?

Anna-Lena van Dam ist verschwunden, irgendwo in dem Höhlensystem unter der ehemaligen Villa ihrer Familie. Ihr Vater heuert verzweifelt ein Rettungsteam an sie zu finden. Doch in den Höhlen stoßen sie nicht auf die junge Frau, sondern auf drei Türen. Durch welche ist Anna-Lena wohl gegangen?

Die drei Doors-Bände beschreiben also, was passiert, je nachdem welche Tür das Team wählt – was der Leser entscheiden kann. Ich habe mich als allererstes für die Tür mit dem „?“ entschieden. Für Doors – Kolonie.

DOORS ? – Kolonie

Hier landet das Team mitten in den 40er Jahren, doch die Situation dort ist ein wenig anders, als in den Geschichtsbüchern unserer Welt beschrieben. Zwischen Nazis, Kommunisten und machthungrigen Amerikanern müssen die fünf Teammitglieder Anna-Lena finden.

Wie man es bei Markus Heitz gewohnt ist, geht es hier ziemlich blutig zu und bei manchen Bildern, die der Herr in meinem Kopf malt, dachte ich mir schon: Musste das jetzt sein?

Auch der dunkle Humor des Großmeisters kommt hier natürlich zur Geltung und wir teilen die selbe Lieblingsstelle: Nazis, die sich Geschichten von Mondbasen und Flugscheiben ausdenken, um die Amerikaner zu beeindrucken und so die heutigen Verschwörungstheorien überhaupt erst möglich machen. Klingt jetzt jetzt vielleicht nicht so witzig, war im Buch aber zum Schreien komisch.

Ansonsten hat sich Kolonie für mich aber überhaupt nicht wie ein typischer Heitz angefühlt. Es ist deutlich kürzer und das merkt man ihm auch an. Weniger Details, weniger Beschreibungen, weniger Zeit, als man es von seinen sonstigen 600-Seiten Wälzern gewohnt ist.

Nimmt man alle drei Bücher zusammen, hat man diese Länge aber natürlich wieder, was Heitz nicht müde wird zu betonen. Es ist nur ein neues Konzept, das ihm sehr viel Spaß macht, weil es neue Möglichkeiten bietet. So hat er es zumindest auch bei einer Lesung im Drachenwinkel am Freitag, 7. Dezember 2018, gesagt.

Die Lesung

Ich kann einfach nie widerstehen, wenn ich die Möglichkeit habe zu einer seiner Lesungen zu gehen, denn ich amüsiere mich selten so köstlich. Jedes Mal wird unfassbar viel gelacht, so auch am Freitag wieder.

Die „Weihnachtslesung“, wie Heitz sie nannte, lief mal wieder anders als angekündigt, das ist wohl schon Tradition so. Denn Markus Heitz hat gar nicht aus Doors gelesen, sondern uns einen Einblick in sein nächstes Buch Die dunklen Lande gewährt. Und oh Gott, ich will es jetzt schon haben! Es klingt fantastisch! Der dreißigjährige Krieg, Gestaltwandler, Magie und eine junge Dämonenjägerin die ihrem Ruf gerecht werden muss – ugh, wann ist endlich März??

Gut, wir haben danach auch ein bisschen über Doors gesprochen – darüber, dass Markus Heitz gerade an der zweiten Staffel schreibt, die Frage „Was wäre wenn“ und darüber, dass er sich zwar merken kann, welcher Charakter in allen drei Szenarien der ersten Staffel stirbt, aber keine Ahnung hat, wer überlebt. Er finde das Sterben wohl einfach wichtiger.

Im zweiten Teil der Lesung wurde es noch abstruser und komischer. Denn der begann mit einer kleinen Weihnachtsgeschichte, die verrückter ist als so ziemlich alles, was ich je gehört oder gelesen habe und mich beinahe mit Bauchschmerzen vor Lachen zurückgelassen hat.

Zum Abschluss haben wir Bingo gespielt. Doors-Bingo. Markus Heitz hat eine kleine Geschichte vorgelesen und wir mussten jedes „Tür“ oder „Door“ heraushören. Auch hier wurde wieder sehr viel gelacht und abschließend sogar GewinneGewinneGewinne verlost.

Wie immer hatte ich eine tolle Zeit mit Markus Heitz und ich freue mich jetzt schon darauf, im Februar gleich nochmal zu einer seiner Lesungen zu gehen. Solltet ihr jemals die Chance dazu haben, dann nutzt sie. Ihr werdet es sicher nicht bereuen.


Knaur TB ·  Taschenbuch, 288 Seiten  ·  9,99 €
·  DOORS ? – Kolonie  ·
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