Wenn die Sonne scheint

Wie angedeutet, gibt es heute mal keine alte Geschichte von mir, sondern eine Szene, die ich erst vor ein paar Wochen geschrieben habe. Ich hatte erst überlegt noch einen Ausschnitt aus meinem ersten Romanversuch in der siebten Klasse zu posten, habe mich jetzt aber erst mal dagegen entschieden.

Viel Spaß!


Langsam wachte ich auf. Die Sonne schien durch die Vorhänge, die sich vor den offenen Fenstern im Wind ballten. Das Bett neben mir war leer, aber als ich den Kopf ein wenig wandte, entdeckte ich Jake am Fußende des Bettes vor dem Kleiderschrank. Er hatte mir den Rücken zugewandt und trug nur ein Handtuch um die Hüften. Das Morgenlicht zeichnete seinen sehnigen Körper nach und betonte seine Muskeln. Wie so oft bewunderte ich das kunstvolle Tattoo an seinem Rücken. Wenn er sich bewegte, dann schien es manchmal, als würden die Vögel tatsächlich über seine Schultern davon fliegen. Sein braunes Haar war noch vollkommen durcheinander, aber nass – er musste schon geduscht haben.
Ein Lächeln stahl sich auf mein Gesicht, als ich ihn dabei beobachtete, wie er nach Klamotten kramte, schließlich das Handtuch ablegte und in seine Boxershorts schlüpfte. Ich biss mir auf die Lippe, doch schlussendlich hielt ich es nicht länger aus.
„Guten Morgen“, sagte ich. Sofort fuhr Jake herum, ein wenig erschrocken vielleicht, doch dann lächelte auch er.
„Guten Morgen“, antwortete er. „Hast du mich etwa beobachtet?“
„Vielleicht.“ Ich schielte hinüber zum Wecker – gerade mal halb sieben – und dann zurück zu Jake. Er war ein Stück näher gekommen und stand jetzt neben dem Bett. Ich blickte zu ihm hoch und strich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. Er zog seine gepiercte Augenbraue nach oben.
„Das macht man aber nicht“, sagte er dann, bevor er sich mit dem Knie auf dem Bett abstützte und mir einen schnellen Guten-Morgen-Kuss gab. Ich vergrub meine Finger in seinem Haar und hielt ihn fest. „Aber wahrscheinlich konntest du den Blick nur einfach nicht von mir lösen, oder?“ Er war mir immer noch so nah, dass ich sein Grinsen an meinen Lippen spüren konnte.
„Sei nicht ganz so arrogant, ja?“, bat ich, bevor ich ihn wieder küsste. Seine Zunge schob sich zwischen meine Lippen und bevor ich es so richtig wahrnahm, lag er bereits über mir und seine Hand fuhr unter das Shirt, in dem ich geschlafen hatte. Doch ich löste mich von ihm.
„Musst du nicht eigentlich gleich los?“, fragte ich.
„Nein. Das kann warten.“
„Gut“, brachte ich noch hervor, bevor er seine Lippen wieder auf meine presste. Meine Hand drückte gegen seine Schulter und ich richtete mich langsam auf, ohne, dass wir uns voneinander gelöst hätten. Jake folgte meinen Bewegungen perfekt und schließlich ließ er sich ergeben neben mir auf den Rücken sinken. Grinsend setzte ich mich auf ihn und sofort spürte ich wieder seine Hände an meiner Hüfte. Ich zog mir das T-Shirt über den Kopf und legte dann meinen Mund wieder auf seinen. Seine Finger fuhren über meine nackte Haut, zeichneten die Konturen nach, die er doch eigentlich schon so gut kennen müsste. Doch er überließ mir die Führung. Ich ließ meine Küsse an seinen Hals wandern und dann seinen Körper hinab und wieder hinauf. „Wie viel Zeit hast du?“, flüsterte ich ihm zu, bevor ich vorsichtig in sein Ohrläppchen biss. Ich spürte, wie sich sein Griff um mich daraufhin sofort ein wenig verstärkte.
„Pressekonferenzen kann man verschieben“, sagte er fast gleichzeitig. Und dieses Mal war es mir egal, dass eigentlich ich die Vernünftige in dieser Beziehung sein sollte. Sollte sein Manager ihm doch die Mailbox vollquatschen.

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5 Gedanken zu “Wenn die Sonne scheint

      • Alexandra Wendt schreibt:

        Oh, ich sehe gerade, dass es den Rest des Textes gar nicht erfasst hat…^^ Ich finde ja, dass der Einstieg sehr klassisch ist und von daher nichts wirklich aufregend neues bereithält. Aber zum Ende hin wird es dann doch prickelnd 😀 und ich mag das Ende, so locker-schnippisch 😉
        Hast du das einfach als Übung geschrieben oder ist das Teil eines Projektes?
        LG Alex

      • may4la schreibt:

        Oh, da freue ich mich gleich noch mehr 😀 Das war jetzt einfach nur zur Übung, obwohl ich schon gestehen muss, dass ich im Hinterkopf eine Geschichte hätte, in die die Szene (etwas abgeändert) passen würde… Aber vor dieser Geschichte steht noch ein ganz großes „Vielleicht“ deswegen – nur zur Übung 😉
        LG Maike

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