Stress und Kreativität [merlinschreibt]

Ich weiß, für einige von euch ist Stress vermutlich gerade ein Fremdwort – immerhin habt ihr schon Sommerferien. Aber für mich ist er gerade ziemlich alltäglich, schließlich stecke ich mitten in der Prüfungsphase, muss einen Umzug organisieren und meine Wohnung noch untervermieten. Oh, und Formulare ausfüllen (ich hasse Formulare). Und was heißt das für meinen Kopf? Eigentlich, dass er sich gefälligst auf seine Lernzettel konzentrieren sollte. Und was macht er stattdessen? Mehr kreative Ideen ausspucken als sonst das ganze Jahr über.

Das ist ein Phänomen, dass ich immer wieder beobachten kann: umso stressiger mein Leben gerade ist und umso mehr ich mich auf eine bestimmte Sache konzentrieren sollte, umso mehr kreative Energie entwickle ich. Konkret heißt das: ich kann nicht stillsitzen, ständig spuken irgendwelche Szenen und Dialoge in meinem Kopf herum und meistens wache ich morgens müde auf, weil ich nachts mehr vor mich hingeträumt als geschlafen habe.

So bin ich nun mal. Während andere zum Sport gehen um Stress abzubauen, verlangt mein Körper/Hirn (wo auch immer das her kommt), dass ich mich noch länger an den Schreibtisch setze und schreibe. (Okay, es ist wohl eher mein Hirn. Mein Rücken beschwert sich zu diesem Zeitpunkt ja meistens schon.)

Im Wintersemester habe ich in der Prüfungszeit einen ziemlich guten Mittelweg dafür gefunden: ich habe tagsüber gelernt, abends so gegen 19 Uhr meine Uni-Sachen weggelegt, zu Abend gegessen (nebenher vielleicht einen Film geschaut, oder eher eine handvoll Videos auf Youtube) und dann habe ich mich noch zwei bis drei Stunden an meinen Laptop gesetzt und geschrieben. Und es war perfekt.

Aber das klingt so einfach. Jetzt gerade scheine ich das überhaupt nicht mehr hinzukriegen. Tagsüber kann ich mich kaum motivieren zu lernen. Das heißt, ich fange erst so gegen 18 Uhr an, mach dann bald eine Essenspause – die sich jedes Mal länger zieht, als sie sollte – und lerne dann weiter um meinem Lernplan wenigstens halbwegs zu folgen. Zum Schreiben komme ich dann abends nicht mehr.
Was dann am nächsten Tag dazu führt, dass ich mittags wieder so unruhig bin und statt zu lernen erst Mal versuche mich von dieser Unruhe abzulenken. Aber anstatt sie zu bekämpfen indem ich irgendwas kreatives mache, verplempere ich meine Zeit auf sozialen Medien, spiele Gitarre oder gestalte eine Seite in meinem Bullet Journal (was sogar tatsächlich hilft, aber eher selten vorkommt). Dann muss ich wieder abends lernen und so weiter und so fort.

Ich stecke in einem Teufelskreis.

Mal abgesehen davon, dass ich das also schnellstens irgendwie auf die Reihe kriegen sollte, bleibt die Grundfrage aber die selbe: Wieso habe ich dann so viel kreative Energie, wenn ich gerade eigentlich meine Energie auf etwas ganz anderes verwenden sollte?

Auf jeden Fall werde ich in den nächsten Tagen mal versuchen, in einen besseren Lern-Schreib-Schlaf-Rhythmus zu kommen. Bis dahin: verratet mir doch bitte mal, ob ich allein bin mit diesem Problem, oder ob ihr das auch kennt? Ich bin schon sehr gespannt.

Alles Liebe,

Maike

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2 Gedanken zu “Stress und Kreativität [merlinschreibt]

  1. gloriamonique schreibt:

    Liebe Maike,
    ich kenne das so nicht von mir: Wenn ich Stress habe, dann habe ich den wirklich – da ist kein Platz für etwas anderes in meinem Leben. Aber vielleicht bin ich auch kein guter Vergleich, bei mir artet Stress schnell aus und geht mit Panik, krampfhaften Arbeitsphasen und sinnfreiem Faulenzen im Bett einher 😛 Ich kann nur kreativ für meine Geschichte werden, wenn ich mich auch gedanklich damit befasse. Aber ich kenne den Drang, die kreative Energie, die man gerade hat, zu nutzen. Meistens mache ich mir dann nur schnell ein paar Notizen und versuche mich, dann wieder auf meine Aufgabe zu konzentrieren. Studium geht nunmal vor 😉
    Liebe Grüße, Alex

    • may4la schreibt:

      Hallo Alex,
      also das sinnfreie Faulenzen auf dem Bett habe ich definitv auch! :p Das mit dem Notizen machen klingt nach einem tollen Plan, aber ich muss sagen, dass mir persönlich das oft nicht reicht um die kreative Energie loszuwerden. Aber du hast auf jeden Fall recht: das Studium geht (leider) vor…
      Alles Liebe,
      Maike

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