5 Buchige Geständnisse [merlinliest]

Haben wir sie nicht alle? Diese kleinen Angewohnheiten und Geheimnisse, von denen wir niemandem erzählen dürfen? Ich habe eine ganze Reihe davon! Und diese Woche will ich euch einige der buchigsten davon vorstellen. Ich hoffe ihr könnt mir meine kleinen „Vergehen“ verzeihen und ich vergraule euch mit diesem Post nicht. Wenn ihr euch in irgendeinem dieser Punkte wiedererkennt – um so besser! Wir sind also nicht allein!


1Ich lese in der Badewanne.
Manche von euch werden jetzt denken: die armen Bücher. Dabei passiert denen doch gar nichts! Ich wusste auch ganz lange nicht, dass manche Leseratten daran Anstoß nehmen könnten, bis ich es irgendwo auf einer Liste gesehen habe. Aber ich habe immer schon in der Badewanne gelesen, für mich gab es nichts schöneres: warmes Wasser, meine Ruhe und ein gutes Buch – was will man denn mehr? Bei vollkommener Ehrlichkeit muss ich aber auch gestehen, dass mir ein Mal – ein einziges Mal von Hunderten! – ein Buch ins Wasser gefallen ist. Ich muss so neun oder zehn gewesen sein und das Buch hat mich sowieso nicht begeistert. Ich weiß nicht mehr, wie es hieß oder worum es ging, aber ich glaube es war ein roter Drache auf dem Cover? Vielleicht? Naja. Zu Ende gelesen habe ich es danach auf jeden Fall nicht mehr.

2Markus Heitz gehört zu meinen Lieblingsautoren, das behaupte ich zumindest ständig. Und dem ist auch so, aber eigentlich habe ich erst drei Bücher von ihm gelesen (Aera, Wedora und Des Teufels Gebetbuch). Zum ersten Mal von ihm gehört habe ich außerdem auch erst letztes Jahr auf der Buchmesse. Gleich am Donnerstagabend waren meine beste Freundin und ich beim Fantasy-Leseabend, zugegebenermaßen vor allem wegen Kai Meyer. Obwohl wir stehen mussten, weil alle Sitzplätze schon vergeben waren und eigentlich nichts gesehen haben, waren wir BEGEISTERT. Und zwar von fast allen anwesenden Autoren. Und so wanderte gleich ein ganzer Stapel Bücher auf unsere Wunschlisten… Und Markus Heitz‘ Bücher standen ganz oben drauf. Seitdem kann ich nicht widerstehen, wenn ich die Chance habe zu einer Lesung von ihm zu gehen. Und ihr solltet das auch nicht, ich kann es wirklich nur empfehlen.

3Ich habe die Tintenreihe von Cornelia Funke abgebrochen. Waaaaas? Ich weiß. Wie konnte ich nur? Meine beste Freundin liebt die Bücher, viele von euch lieben sie sicherlich – fast alle tun das. Und die Idee ist ja auch so was von großartig! Aber irgendwie… Ich muss die Reihe mit 13 oder 14 angelesen haben. Band 1 fand ich noch ganz gut, aber durch „Tintenblut“ habe ich mich nur durchgequält. Trotzdem wollte ich „Tintentod“ eine Chance geben – und habe es doch auf Seite 200 oder so endgültig zur Seite gelegt. Ich kann nicht sagen, was mich daran so gestört hat – immerhin liebe ich „Reckless“ von Cornelia Funke, aber so war es nun mal.
Und wenn wir schon bei Reihen sind, bei denen ich eigentlich nicht zugeben darf, dass ich sie abgebrochen habe: das trifft auch auf die Wolkenvolk-Trilogie von Kai Meyer zu. Kai Meyer ist einer meiner absoluten Lieblingsautoren und ein Idol von mir. Ich mein das ernst – als ich ihm das erste Mal begegnet bin, habe ich beinahe hyperventiliert. Ich habe die Merle-Trilogie geliebt, die Wellenläufer, Arkadien sowieso, Frostfeuer, Asche & Phönix, Phantasmen (an das ich mich aber komischerweise kaum erinnern kann), Die Krone der Sterne, … Aber die Wolkenvolk-Trilogie habe ich abgebrochen am Anfang von Teil 2. Sie konnte mich komischerweise überhaupt nicht fesseln.


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Manchmal umarme ich ein Buch, um mich den Figuren näher zu fühlen. Besonders, wenn ich das Buch gerade erst zu Ende gelesen habe und sie noch nicht loslassen will. Das habe ich zuletzt auch schon auf Twitter zugegeben – und ich weiß, dass ich damit nicht alleine sein kann. Zuletzt habe ich mich dabei ertappt, nach einer der Kurzgeschichten in „Faery Tales & Nightmares“ von Melissa Marr (die übrigens auch zu meinen absoluten Lieblingsautoren gehört). Außerdem habe ich vor Glück gequietscht, gelacht, vor Rührung geweint… Meine Eltern sollten das ja eigentlich mittlerweile gewohnt sein, aber da haben selbst sie mich komisch angeschaut und für verrückt erklärt. Aber ich kann wirklich nichts dafür, das liegt alles an Irial, ich schwöre!

5Und jetzt wohl das Schlimmste und Schockierendste: Ich habe noch nicht alle Harry Potter Bände gelesen. Ich weiß, steinigt mich. Okay, folgende Geschichte steckt dahinter: Ich war noch in der Grundschule, als der Hype zum ersten Mal mein Umfeld berührte. So weit ich mich erinnern kann, habe ich zum ersten Mal von der Reihe gehört, als ich bei einer Freundin war. Genauer gesagt: einer Freundin, die nicht mit mir spielen wollte, weil sie weiterlesen wollte. Während das heute für mich ein guter Grund ist, den ich absolut nachvollziehen kann, hat er mein achtjähriges Ich total geärgert. Und so bekam Harry Potter von mir den Stempel: das ist doof und damit will ich nichts zu tun haben. Und das blieb so, jahrelang.
Der nächste Kontakt: mittlerweile bin ich in der achten Klasse, Schüleraustausch, Frankreich. Meine Austauschschülerin – die ich nicht leiden konnte – sieht sich Teil 7.1 auf DVD an. Ich kannte die anderen Filme, die Figuren, die Handlung ja überhaupt nicht und habe demnach nichts verstanden. Also noch ein Grund, mich von der Reihe fernzuhalten.
Aber nicht mehr lange. Schon im Jahr darauf war ich doch zu neugierig, und habe mir alle Filme angesehen. Und fand sie wirklich gut. Also habe ich das erste Buch (meine Mutter besitzt komischerweise Teil 1-4, obwohl sie Fantasy hasst und sie auch nie gelesen hat) mit in den Urlaub genommen und gelesen. Und fand es… langweilig. Ich weiß, ICH WEISS. Wieso? Keine Ahnung, aber so war es. Also dachte ich, die Bücher sind vielleicht einfach nichts für mich, auch wenn ich die Welt von Harry, Ron und Hermine mittlerweile echt cool fand.
Flash Forward zu meinem Kinobesuch in „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“. Auf dem Weg dahin habe ich einem Kommilitonen erzählt, dass ich die Bücher noch nicht gelesen habe, obwohl ich Lesen liebe. Daraufhin hätte ich beinahe allein ins Kino gehen müssen – aber schlussendlich habe ich ihm versprochen, sie doch noch zu lesen. Also habe ich in den Weihnachtsferien die Bücher meiner Mum wieder hervorgekramt und gelesen. Und sie wurden tatsächlich mit jedem Band besser. Nach Teil 4 hatte ich aber die anderen Bände nicht mehr zur Hand und die Uni ging wieder los… und ich habe nie weitergelesen.
Mittlerweile finde ich die Bücher – also die, die ich gelesen habe – also ganz gut, auch wenn sie nach wie vor nicht zu meinen Lieblingsbüchern gehören. Sorry. Aber ich bewundere, was J.K. Rowling geschaffen hat und liebe die komplexe Welt, die sie hat entstehen lassen. Das zählt doch bestimmt auch was, oder?


So. Das war jetzt doch ein etwas längerer Beitrag als geplant, aber was solls?

Habt ihr auch buchige Geheimnisse? Wenn ja, traut ihr euch sie mir zu verraten! Ich gestehe: ich bin neugierig!

Alles Liebe,

Maike

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12 Gedanken zu “5 Buchige Geständnisse [merlinliest]

  1. Jennifer schreibt:

    Punkt 1 kann ich voll verstehen 😀 Ich kenne im übrigen mehr Leute, die Bücher mit in die Badewanne nehmen, also solche die es verteufelt.
    Mein buchiges Geheimnis: Ich bewundere Leute, die Bücher abbrechen können. Nein, ehrlich. Ich finde das total konsequent, wenn man mit der Geschichte nichts anfangen kann, den Stil nicht mag, oder oder oder…
    Ich quäle mich entweder gegen meinen Willen bis zum bitteren Ende durch (was das Buch meist nicht besser macht) oder lege es halbgelesen auf einen Stapel mit „begonnenen“ Büchern. Die liegen da so lange, bis der Stapel irgendwann umkippen wird und ich vor mir selbst zugeben muss, dass ich nie vorhatte, diese Bücher fertig zu lesen.
    Da fände ich es viel besser, wenn ich einfach vor mir selbst ehrlich sagen könnte „Das mag ich nicht. Das tue ich mir jetzt nicht mehr an“.
    Aber vielleicht lern ich das ja noch 😉
    VG Jennifer

    • may4la schreibt:

      Hallo Jennifer,

      Puh, da bin ich aber beruhigt, dass ich nicht die einzige bin! 😀
      Ich wusste auch lange nicht, dass ich Bücher abbrechen kann. „Tintentod“ war da tatsächlich auch das erste. Da war es auch erst so, dass ich es nur zur Seite legen wollte – aber es war ein Buch aus der Bücherei, also musste ich es irgendwann zurückgeben. Und so war es dann passiert.
      Aber ehrlich gesagt, ich denke mir auch oft: irgendwann gebe ich dem Buch noch mal eine Chance, obwohl ich genau weiß, dass das wohl eher nicht passieren wird… Aber zumindest für den Moment schaffe ich es meistens tatsächlich das Buch aufzugeben.

      Liebe Grüße
      Maike

  2. Buchstabenwoerter schreibt:

    Ich mag die anderen Tintenbücher auch nicht so gerne. Der erste ist sehr gut. Ich habe die anderen Teile nur, weil ich die Kapitelzitate so mag. Wolkenvolk mochte ich auch nicht. Und Krone der Sterne und Phantasmen auch nicht, obwohl Kai Meyer auch einer meiner Idole ist. Außerdem liebe ich Reckless über alles, genau wie Herr der Diebe.

    • may4la schreibt:

      Hey,

      also „Krone der Sterne“ fand ich recht gut und an „Phantasmen“ kann ich mich wie gesagt kaum erinnern… Aber in dem Fall scheine ich ja nicht die Einzige zu sein, der es beim „Wolkenvolk“ so ging. 😉 Herr der Diebe will ich unbedingt auch noch lesen!

      Alles Liebe,
      Maike

  3. FiktiveWelten schreibt:

    Punkt 1 habe ich trotz absoluter Pingeligkeit auch schon oft gemacht (inklusive ertrunkenem Buch, Wasserschadenbuch etc),
    Punkt 2 trifft insofern ebenfalls zu, dass ich auch längst nicht alle Bücher kenne, ihn aber auch zu meinen Topautoren zähle,
    Punkt 3 habe ich nicht mal begonnen (übrigens die anderen genannten ebenfalls nicht),
    Punkt 4 mache ich auch oft, nicht unbedingt wegen der Figuren oder Geschichten, sondern einfach um das Buch zu spüren,
    Punkt 5 trifft bei mir auf alle Bände zu.

    Du siehst, es geht sogar noch schlimmer! ;o)

    Liebe Grüße
    Patricia

  4. kitsune_miyagi schreibt:

    Ich liebe Kais Bücher auch. Er ist auch Schuld daran, dass ich damals wieder mehr zu den Büchern greifen wollte und mich zum Fantasyfan gemacht hat. Allerdings mochte ich die Bibliomantenbücher nicht. 😦

    Ich gehe immer mit Buch baden. Und, sagt es nicht meinem Mann, auch mit meinem Kindle. Und bislang – toi toi toi – ist noch keins in die Wanne gefallen. ^^

    • may4la schreibt:

      Haha – bei mir ist dein Geheimnis sicher 😉

      Ja, bei mir war Kai Meyer daran sicher auch nicht unschuldig. Ich habe es mal so formuliert: Kai Meyers Bücher sind wie eine Einstiegsdroge in die Fantasy. Also, im positiven Sinn. 😀 Und ich hab jetzt auch schon von verschiedenen Leuten gehört, dass ihnen „Die Seiten der Welt“ nicht gefallen hat – und von anderen, dass sie sie wirklich geliebt haben. Selber habe ich sie noch nicht gelesen, also bin ich gespannt, wie sie mir irgendwann gefallen.

      Liebe Grüße
      Maike

  5. maedilein_chen schreibt:

    Das mit dem Umarmen kenne ich. Mache ich auch 😀 Und als ich gerade gelesen habe, dass dir mal ein Buch in die Badewanne gefallen ist, musste ich total lachen. Ja, sorry, ich weiß, das arme Buch. Aber manchmal passiert sowas halt.
    Ich persönlich lese nicht in der Badewanne, aber das liegt eher daran, dass ich sehr selten nur bade und dann habe ich halt doch zu große Angst davor, dass das Buch nass wird…
    LG, Medea
    PS: Ich habe Harry Potter auch nie zu Ende gelesen. Den 6. Teil habe ich nur angefangen und ihn nie fertig gelesen und auch den 7. Teil nie gelesen, also sei beruhigt, du bist nicht die einzige 😉

    • may4la schreibt:

      Hallo Medea 🙂

      Oh, das freut mich aber, dass ich dich zum Lachen bringen konnte! Und ich kann total verstehen, dass du deine Bücher lieber vom Wasser fern hältst. 😀

      LG Maike

  6. Melanie schreibt:

    Ein Buch kommt immer mit in meine Badewanne! 😅
    Was die Tintenreihe betrifft: Band 1 fand ich sehr gut, die Nachfolgebaende dann schon nicht mehr. Von daher kann ich verstehen, wenn du die Reihe abgebrochen hast.
    Liebe Grüße

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