Drei Wünsche hast du frei – Jackson Pearce

Schon seit Monaten ist Viola unglücklich. Seit dem Tag, an dem ihr Freund sie verlassen hat, fühlt sie sich zerbrochen und als würde sie nicht mehr dazu gehören. Und dabei will sie das doch so sehr – dazu gehören. So sehr, dass eines Tages tatsächlich ein Dschinn auftaucht um ihr diesen und zwei weitere Wünsche zu gewähren. Aber so einfach will Viola es sich nicht machen, das käme ihr falsch vor. Also hält sie ihn hin, was wiederum dem Dschinn nicht gefällt. Denn so lange Viola nicht alle ihre Wünsche ausgesprochen hat, darf er nicht nach Hause zurück. Doch um so besser er sie kennen lernt, um so mehr beginnt er zu hoffen, dass sie die Wünsche nie aussprechen wird…

Ich weiß nicht recht, was schlimmer ist – die Tatsache, dass ich diese Wünsche nach anderen Haaren und Kleidern, nach Zugehörigkeit habe, oder die Tatsache, dass ein Fremder darüber Bescheid weiß.

Seite 35

„Drei Wünsche hast du frei“ ist ein Jugendbuch, das ich mir eigentlich schon vor Jahren kaufen wollte. Dann ist es allerdings erst mal „nur“ auf der Wunschliste gelandet. Irgendwann habe ich es dann wieder entdeckt – in einer Kiste voller Mängelexemplare, und es durfte auf meinen SuB ziehen. Und dort musste es wieder eine ganze Zeit warten, bis ich es gelesen habe. Aber jetzt ist es so weit.

Und meine Gefühle sind sehr gemischt, was dieses Buch angeht. Auf der einen Seite haben wir diese schöne, recht originelle (wie ich fand) Storyline, in der gleich drei Charaktere (Nebencharaktere mitgerechnet wären es wahrscheinlich fünf) eine tolle Entwicklung durchlaufen. Aber dann sind da diese vielen, ja, Kleinigkeiten, die mich doch gestört haben.

Sterbliche verraten sich viel zu leicht. Alles, was sie wollen, präsentiert sich wie Worte auf einer Buchseite: mühelos lesbar – wenn man nur die Sprache versteht.

Seite 20

Fangen wir mit den wirklichen Kleinigkeiten an: Die Jugendlichen in dem Buch können scheinbar nicht „Ja“ sagen. Sie sagen nämlich immer „Yeah“. Und das mag zwar an der Lebenswirklichkeit mancher Teenager liegen, aber nicht an meiner und ging mir beim Lesen tierisch auf die Nerven. Dann unser männlicher Protagonist ohne Namen, beziehungsweise, der von Viola den unkreativen Namen „Dschinn“ bekommt und diesen auch annimmt. Wirklich? Was besseres ist euch nicht eingefallen? Vielleicht liegt es an mir, aber ich konnte es nie ernst nehmen, wenn irgendwer ihn so genannt hat. Allerdings muss ich auch gestehen, dass es an ein oder zwei Stellen auch ganz gut kam,: zum Beispiel wenn die Frage aufkam zwischen seinen Aufgaben als ein Dschinn und der, einfach nur Dschinn zu sein, Violas Freund.

Und dann noch das, was mich am meisten gestört hat: Viola. Natürlich darf eine sechzehnjährige Protagonistin nicht handeln oder denken wie eine Erwachsene. Aber Viola war so oft der wankelmütige, zickige, naive und egozentrische Teenager, dass es mir wirklich auf die Nerven ging. Klar, das abzulegen ist Teil ihrer Entwicklung und schlussendlich tut sie es ja auch, aber… Vielleicht auch einfach zu plötzlich? In der ersten Hälfte des Buches ist sie noch dieser nervige Teenager und in der zweiten dann auf einmal nicht mehr – zumindest kam es mir so vor. Das gilt für viele der Charaktere: ihre Entwicklung ist prinzipiell gut, war mir aber oft zu schnell um glaubwürdig zu sein.

Nichtsdestoweniger, ich habe allen Ernstes ein Date. Ein schmelzender Augapfel ist kein unangemessen hoher Preis für ein gesellschaftliches Leben, oder?

Seite 128/129

Neben einigen Nebencharakteren, die mir wirklich gut gefallen haben wie Ollie oder einer der anderen Dschinn, hat „Drei Wünsche hast du frei“ vor allem einen Pluspunkt, den ich bis jetzt noch nicht erwähnt habe: die treffende Darstellung von Sorgen und Ängsten, die ein sechzehnjähriges Mädchen eben so plagen. Denn so oft mir Viola auch auf die Nerven ging, so sehr konnte ich mich an anderer Stelle mit ihr identifizieren.

Zum Schreibstil kann ich nicht so viel sagen. Bis auf das, was ich oben schon erwähnt habe, fand ich ihn flüssig und leicht zu lesen. Die Geschichte ist abwechselnd aus Violas und aus Dschinns Sicht erzählt, was mir auch sehr gut gefallen hat. Besonders die Kapitel aus Dschinns Sicht haben mir viel Spaß gemacht.

Denk an all die Dinge, die mit den Menschen einfach nicht stimmen. Das Altern. Diese Party. Wie sie dauernd nach ihrem Handy suchen. Mikrowellenessen. Hunde, die Jäckchen tragen.

Seite 86

Schlussendlich habe ich zwar viel zu meckern, würde aber trotzdem sagen, dass das Buch gut, zumindest okay, war. Denn trotz allem konnte es mich berühren, mich zum Lachen und fast zum Weinen bringen, dazu es wütend aus der Hand zu legen und zwei Sekunden später doch weiterlesen zu wollen. Würde ich hier Punkte oder Sterne oder was weiß ich was vergeben, bekäme es wohl drei von fünf möglichen von mir.


 ·  Knaur TB  ·  Taschenbuch, 286 Seiten  ·  8,99 €  ·
·  Drei Wünsche hast du frei  ·
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