Überarbeiten, Überarbeiten, Überarbeiten… Heulen.[Merlinschreibt]

Dieser Eintrag wird Ihnen präsentiert von einer super-genervten Möchtegern-Autorin, die mit ihren Nerven total am Ende ist.


Ja, das trifft es eigentlich ziemlich genau. Ich habe so die Schnauze voll von meiner eigenen Geschichte und den Figuren und den Orten und einfach nur jedem einzelnen verfickten Satz auf diesen mittlerweile über 600 Seiten. Bitte entschuldigt die Kraftausdrücke, aber das muss gerade sein. Weil jeder dieser verfluchten Sätze mir momentan zum Hals raushängt und mir so furchtbar vorkommt wie die Vorstellung – nein, streicht das. Mir fällt kein Vergleich ein, der da auch nur einigermaßen rankommt.

Um euch ein wenig Kontext zu geben: Die besagte Geschichte habe ich vor bald 5 Jahren angefangen (Scheiße, bin ich alt geworden). Eigentlich wollte ich nur mein neues Tablet damit ausprobieren und sehen, wie ich mit dem Schreiben darauf klar komme. So um die 30 Seiten sollten es werden. Da bin ich wohl knapp am Ziel vorbei geschossen. Die 30 Seiten hatte ich nämlich erreicht, noch bevor ich auch nur annähernd bei der Szene war, die mir die Idee für die Story gegeben hat. Also habe ich weiter geschrieben, wollte nach dieser Szene aufhören, hatte aber die Charaktere zu lieb gewonnen. Also wieder weiter geschrieben. Beim geplanten Ende ist mir dann aufgefallen: Scheiße, es sind noch zu viele Fragen offen. Also weiter geht’s und so weiter und so fort.

Dass ich aber so lange für die Story brauchen würde, war weder geplant noch abzusehen gewesen. Zu beachten ist jedoch, dass ich in dem besagten 5-Jahres-Zeitraum auch viel anderes geschrieben habe und die Geschichte hier ab und an in der Schublade gelandet ist und für Monate vergessen wurde, bevor mich die Schreibwut darauf wieder gepackt hat.

Dadurch, dass die Geschichte ja eigentlich nur ein Test sein sollte, habe ich mir nie viele Gedanken über Charaktere oder Handlung gemacht, bevor ich mit dem Schreiben angefangen habe. Charakterisierungen, Plot, Weltkarten… All das gab es lange Zeit nur in meinem Kopf. Und das führt natürlich zu unheimlich vielen Logikfehlern, die bestimmt auch der Tatsache geschuldet sind, dass ich eben nicht beständig an der Story gearbeitet habe.

Wo sie herkommen ist mir aber echt scheißegal, ich weiß nur, dass sie es jetzt erforderlich machen, dass ich das Manuskript noch mal und noch mal und noch mal und noch mal überarbeite und ES HÄNGT MIR SO ZUM HALS RAUS!!! ICH WILL NICHT MEHR!!!!!!!!!!

Ich meine, ich weiß, dass ich nie zu 100 % zufrieden sein werde. Aber so halbwegs ist doch nicht zu viel verlangt, oder?? Das Problem ist nur, dass ich das Gefühl habe, dass ich mich mit jeder Überarbeitung weiter von „so halbwegs“ entferne. Weil mir die Story und die Charaktere so sehr auf die Nerven gehen. Und weil ich, umso mehr ich darüber nachdenke, immer mehr zu dem Schluss gelange, dass ich vollkommenen Schrott produziert habe.

Eigentlich sollte der erste Teil (weil die 600 und noch was Seiten auf zwei Teile aufgeteilt sind) bald als Exposé und Leseprobe durchs Internet zu Verlagen bzw. Agenturen flattern, damit ich irgendwann vielleicht meinen Traum vom veröffentlichten Buch verwirklichen kann. Nur eine einzige Beta-Runde fehlt mir noch. Aber im Moment schwebt mein Finger eher über der „Löschen“ als der „Senden“-Taste.

Ich kann einfach nicht mehr. Und das regt mich mindestens genau so sehr auf wie das Manuskript selbst.


So. Und damit dieser negative Beitrag noch zu einem guten Abschluss kommt, hier noch ein Bild von Merlin, der sich mal wieder zwischen mir und dem Computer-Bildschirm breit gemacht hat.

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3 Gedanken zu “Überarbeiten, Überarbeiten, Überarbeiten… Heulen.[Merlinschreibt]

  1. felia (libraryoflittleworlds) schreibt:

    Ich bin begeistert! Ich habe dir bei diesem Beitrag wirklich an den Lippen gehangen! Ich muss dir eins sagen: Dieser Text ist einfach unglaublich gut geworden, er ist so wunderbar ehrlich und halt einfach klasse geschrieben. Die Gefühle kann man quasie aus den Worten herausschöpfen! Ich finde es wirklich interessant mehr über dich und dein Leben als „Schreiberlein“ (ein bescheuerter Begriff, tut mir leid XD) zu erfahren 😉
    Alles gute, danke für diesen tollen Beitrag schwärm
    -Felia ❤

    • may4la schreibt:

      Hallo Felia 🙂

      vielen vielen Dank für deinen lieben Kommentar!! ❤ Es freut mich, dass er dir gefällt und dass man versteht, was ich sagen wollte 😀
      Ich überlege wirklich, ob ich in Zukunft öfter so kleine Ausschnitte aus meinem Leben als „Schreiberling“ (so nenne ich das nämlich immer 😀 ) verfasse – und bei so netten Kommentaren fällt mir die Entscheidung natürlich leicht. 🙂

      Ganz liebe Grüße
      Maike ❤

      • felia (libraryoflittleworlds) schreibt:

        Oh ja, bitte, Maike😍❤️ Das würde mich nämlich total interessieren und zu lesen ist das auch der Wahnsinn!💕
        Aaah, SchreiberLING, das was das richtige Wort😂 Ich wusste es war irgendwas mit Schreiber…😅 Hab noch einen schönen Tag (bzw. eine schöne Nacht😉)
        Alles Liebe ❤️
        Felia💕

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